Mittelmeerküste

Der schöne Weg heim. Und Resi hält.

Freiburg, Deutschland, 02.07.2007 – End of the road

Ralf und Eva hatte ich in Kathmandu schon getroffen und mich sehr gut mit ihnen verstanden, obwohl wir auf entgegengesetzten Wegen unterwegs waren: Sie richtung Osten, nach Südostasien. Ich - naja, ich zweifle erstmal daran ob sie mir glauben, dass ich mit dem Motorrad unterwegs bin. Bin ich doch erst einmal im Wartestand, weil mein Motorrad in Bangkok im Zoll festhängt und auch noch länger festhängen wird. Resi sehen sie erstmal nicht, von mir bekommen sie ein paar launische Seiten zu sehen, abhängig vom Nachrichtenstand aus Bangkok. Unsere paar Tage verbringen wir in Kathmandu herumwandernd, Quatschend und im Kay-too Steak essend.

Fast genau ein Jahr später erreicht mich ihre Email in Syrien. Sie sind auf dem Rückweg nach Deutschland, landen aber in Athen, um sich langsam die letzten paar tausend Kilometer per Motorrad Deutschland wieder anzunähern. Ob wir uns für ein paar Tage zusammentun wollen?

Klar, keine Frage. Obwohl - ich bin ja geistig schon wieder dreiviertel zu Hause und hab schon wieder einen festen Terminplan: Die Party am 16. Juno in Düsseldorf, das Motorradtreffen ab dem 21. in England, zu denen ich jeweils unbedingt will, dazwischen möglichst noch zu Spargel und Erdbeeren ins Münsterland... Aber für ein, zwei Tage wird es im Vorbeiflug schon klappen.

Und so endet die eigentliche Reise nach meinem Syrienbesuch. Der Rest ist Heimweg. Türkei mit drei Zwischenstopps (schön, freundlich, aber ganz schön teuer), zwei Tage Griechenland (freundlich, schön, aber TEUER!), bis mein Abfangkurs mich doch noch vor Albanien Richtung Norden abbiegen lässt: Ralf und Eva haben Albanien schon fast hinter sich. Und wenn ich zwischen Albanien und den beiden wählen muss, hat Albanien ganz klar verloren. Noch ein Land, das erstmal auf meiner to-do-Liste bleibt.

Zwischenzeitlich komme ich doch noch mal kurz zu Verstand und werfe meinen Terminplan über Bord. Wir verbringen fast drei Wochen langsam durch Ex-Jugoslavien gondelnd, letzte Male noch schön zeltend, schöne Touren fahrend, uns unterhaltend und über die europäischen Preise schimpfend (ich bekomme zwischenzeitlich böse Emails aus Deutschland, ob ich noch etwas anderes könne als mich über Preise zu beklagen).

Die Schönheit Mazedoniens, Montenegros und der adriatische Küste (aber die PREISE!!); Sepp, Susanne und Hansjörg; Mostar und die Plittvicer Seen; endlich doch noch die von meinem Augenarzt im Vorfeld als unvermeidlich angedrohte Bindehautentzündung; Mordversuche slovenischer Autofahrer; das Negerkusswettessen am ersten Supermarkt hinter der österreichischen Grenze; der österreichische GS-Fahrer mit herausgeputztem Motorrad und glänzenden Aluboxen, der so intensiv Evas Motorrad betrachtet, dass er mit seinem schönen Koffer die Baustellenampel rammt (wonach ich so lachen muss, dass ich fast geradeaus in den Bauzaun fahre); die Schönheit der Österreichischen Alpen (warum war ich nochmal so weit weggefahren?); ein netter Abend bei Angelique - und dann sind die beiden auch schon wieder weg, eigene Freunde besuchen.

Ich verbringe eine schöne österreichische Wiedersehenswoche bei Angelique und ihrem Mann Daryl. Als der mich auf dem ersten Reisetag der endgültig letzten Etappe Richtung Freiburg nach ein paar Hundert Kilometern gemeinsamer Tour in eine regnerische und windige Heimfahrt entlässt, hisse ich die interne Trauerflagge.

End of the road.

Kayala, Griechenland, 04.06.2007 – Wieder in Regelland.

Willkommen in der EU. Der Grenzbeamte ist ausnehmend freundlich, auch Motorradfahrer, und wir plaudern ein wenig ueber die griechischen Highlights fuer Motorradfahrer.

Eine Stunde weiter wird mir klar gemacht, dass der nette Mensch mich eigentlich warnen wollte. Grosse Landstrasse, ich fahre hinter einem neuen Auto hinterher (das erste mal, dass ich die Mercedes B-Klasse sehe). Ampel springt auf Gelb, im selben Moment macht der Mensch eine Vollbremsung. Nur mit Muehe und einem extremen Haken kann ich den Auffahrunfall vermeiden. - In der Tuerkei hatten die Autofahrer noch verlaesslich kraeftig Gas gegeben, wenn die Ampel von Gelb auf Rot Umsprang.

Ausserdem ist mir aufgefallen, dass ich aergerlich angehupt werde, wenn ich Einbahnstrassen entgegen der Fahrtrichtung befahre.

Fehlt nur noch, dass ich jetzt anfangen soll, den Blinker zu benutzen.

Olympos, Türkei, 26.05.2007 – Kann nicht mehr.

Bevor ich platze. Seit Monaten freue ich mich mehr oder weniger insgeheim über einen Spruch eines Kanadiers, der mir die Türkei so beschrieben hat:

Wenn man sich die in Berlin lebenden Türken anschaut,
und die in die Türkei fliegenden deutschen Strandurlauber
sollte man nicht glauben
was für ein herrliches Reiseland die Türkei ist

Entsprechend betont jeder zweite Türke dem ich hier begegne, ich möge bitte die Türkei nicht an den in Deutschland lebenden Türken messen. Ich bitte dann zurück, auch nicht von den deutschen Touris auf die Deutschen zu schliessen und wir kommen dann sehr gut miteinander klar.

Olympos, Türkei, 26.05.2007 – Tür zu.

Der letzte "richtige" Grenzübertritt geht richtig flott. Stehe etwas verblüfft hinter dem türkischen Checkpoint. Meine ganze Tagesplanung ist durcheinander geworfen. Kurz vor eins lohnt es sich noch nicht, den Tag zu beenden. Also fahr ich weiter. So weit ich halt komme heute. - Was sich bald ändert in: Schaffe ich es noch heute zu meinem nächsten Etappenziel Göreme in Kappadokien? Antwort: "Ja", was die zweitlängste Tagestour der Reise bedeutet. Und nichtmal schlecht gefühlt, dank gnädigem Unwissen über das absolute türkische Tempolimit für Motorräder und über mögliche Höhe türkischer Knöllchen. Möglicherweise haben mir die netten türkischen Polizisten doch gar nicht nur zugewinkt?

Dass ich jetzt in der Falle sitze, fällt mir erst später auf: Alle Nachbarn der Türkei verlangen ein Visum, das man nicht einfach durch Gang zur Botschaft bekommen kann. Keine Wahl, ich muss jetzt zurück nach Europa.

Mittlerweile bin ich schon deutlich nach Westen gerutscht und fühle mich dabei wie die Katze auf dem heissen Blechdach: Egal, was ich mache, es tut weh im Geldbeutel. Europa muss schon ziemlich nah sein.

Immerhin habe ich schon eine Geschäftsidee, für den Fall, dass der Geldbeutel schneller schlappmacht als die Resi: Der Souvenirshop des Schweigens. Shop mit dem üblichen Schnickschnack, aber grosses Schild davor: Hier kein "Hello Mister", "My friend", "Free tea" oder geschwätziges Unter-die-Nase-Halten des gesamten Inventars, nachdem man es doch kurzfristig mal geschafft hat, sich hinter dem Rücken des Inhabers ein paar Sekunden in Ruhe umzusehen. Und wer den Tee will, soll ihn sich einfach eingiessen.

Damaskus, Syrien, 05.05.2007 – Spannender Abschluss

Irgendwie habe ich es geschafft, aus 150 Kilometer Tagesetappe durch Besichtigungen und Umwege am Ende eine hektische Sache werden zu lassen. Ich hasse Fahrten in Dunkelheit und es war nicht einfach, das empfohlene Hotel zu finden.

Aber ich hab es geschafft. Parallel zum Ruf des Muezzins zum Abendgebet nehme ich in der beginnenden Daemmerung den Helm ab. Einen Raum gibt es auch fuer mich (wenn ich etwas mehr hasse als Fahrten in der Dunkelheit ist es Hotelsuche in der Dunkelheit. Vielleicht noch uebertroffen von Zeltplaetzchen suchen und Zeltaufbauen in der Dunkelheit), also abgeladen und meine zwei Taschen hochgetragen. Fuenfter Stock. Naja.

Oh, mein Raeumchen hat ja einen Balkon. Balkontuer auf, raus, lieber nach frischer Luft japsen als abgestandene, staubige Raumluft. Die schoene Kehrseite am fuenften Stock ist halt die Aussicht, denk ich mir, als ich mich auf das Gelaender auf- ZACK.

Au. - Komisch. Ist denn mein Anzug statisch aufgeladen? Schlau wie ich bin, fass ich nochmal auf das Gelaender. Und Ueberraschung: ZACK. - Das steht wohl unter Spannung.

Also runter, der Rezeption Bescheid geben, ist ja gefaehrlich sowas:

"Entschuldigen Sie, ich glaube mein Balkongelaender ist elektrisch geladen."

Enthusiastisch und voller Stolz: "Oh ja! Da ist sogar eine MENGE Spannung auf dem Balkongelaender Ihres Raumes."

Oh. Und danke fuer die Warnung.

Aleppo, Syrien, 30.04.2007 – Welcome to...

So langsam werde ich misstrauisch. Ich reise jetzt seit mehr als einem halben Jahr in muslimisch gepraegten Laendern und irgendwie steigt der Verdacht, Gegenstand einer konzertierten Aktion zu sein. Ueberall wo man hinkommt, und spricht der Gespraechspartner nur einen Satz Englisch, hoert man unweigerlich "Welcome to" (Laendername). Immer, ueberall, dutzendfach taeglich.

Woher kommt diese spezielle Floskel? Ist sie eine direkte Uebersetzung einer arabischen Wendung? Haben sich Kultusministerien international koordiniert, um Schuelern diese eine Wendung beizubringen? Handelt es sich um den Einfluss englisch lehrender Expats? Warum kommt dann die Formel nur in arabischen Laendern vor? In Europa habe ich sie nur aeusserst selten gehoert.

Wie auch immer, die Wirkung dieser erfolgreichen Verschwoerung ist jedenfalls, dass ich mich waermstens aufgehoben fuehle waehrend der letzten Monate. Weil die Waerme einem eben nicht nur dann professionell entgegenschlaegt, wenn man gerade ein Hotelzimmer gebucht, eine Kleinigkeit gekauft oder ein Mittagessen bezahlt hat. Leute begruessen einen einfach oder machen sogar Umwege, nur um mir die Freundlichkeit entgegenzuschleudern.

Und auch Aergernisse werden deutlich abgefedert. Ein fliegender Haendler verfolgt einen zehn Minuten und laesst sich erst nach dem Xten mal "Nein" abwimmeln? "Welcome to..." bringt dreifache Erleichterung. Er hat's kapiert, ist nicht boese und sorgt durch die Wohlfuehlformel fuer schnelles Vergessen der Laestigkeit und laesst mich gut gelaunt durch den weiteren Tag schweben. Man wird ueber's Ohr gehauen? "Welcome to..." und die Wut ist schon wieder deutlich gedaempft.

Wenn es nur so eines kleinen Mittels bedarf, waere das doch ein prima Export nach Deutschland. Der Dreisatz "Auslaender sehen", "Laecheln" und "Spruechlein aufsagen" muesste doch schon Kindergartenkindern einzuprogrammieren sein.

Nicht, dass ich den Eindruck habe, Deutschland haette so viel an Freundlichkeit nachzuholen. Viele Coreisende erzaehlen mir fuer meine Ohren wunderliche Geschichten. Von Touristen, die gar nicht richtig zum Kartenlesen kommen, bevor sie von Einheimischen angesprochen und geholfen werden. Von gestressten Unternehmern, die es sich nicht nehmen lassen, die Fremden durch dichten Verkehr und labyrinthische Strassen an den richtigen Ort zu geleiten. Von Omis, die spontan rastenden Touristen ein Tablett mit Kaffee im besten Geschirr rausbringen.

Aber Einfuehrung dieser Warmherzigkeitsbezeugung waere ein erstklassiges Marketinginstrument. Man stelle sich vor: Auslaenderbehoerde, eine Aufenthaltsgenehmigung kann nicht verlaengert werden. Statt "Verlaengerung abgelehnt" koennte es doch heissen:

"Welcome to Germany. Enjoy the rest of your stay."

Amman, Jordanien, 16.04.2007 – Ramallah Express

Was macht man, wenn man einen neuen Reifen braucht? Man kauft einen. Genau. Und wenn man wo ist, wo es keine Reifen gibt, geht man eben dort hin, wo es welche gibt. Nach Israel, in meinem Fall. Das gelobte Land auch des Reifensuchenden im Nahen Osten. (beim parallelen Lesen des Wikipediaartikels zu Pessach fallen mir spontan noch einige weitere blasphemische Wortspielereien ein, aber ich beherrsche mich. Mühsam.) Sagte man mir jedenfalls.

Die Botschaft hör ich wohl, aber nach einigen Monaten in Ländern mit Reifenmangel fällt mir der Glaube an die Leichtigkeit des Reifenorganisierens doch schwer. Schon Stunden nach meiner Einreise starte ich meinen ersten Versuch, dem nicht englisch sprechenden Taxifahrer "Motorradreifenhandel" zu kommunizieren. Nach nur einer Spritztour mit Erfolg. Im Regal des Ladens hängen gleich mehrere Schlappen an der Wand, die meiner Dicken passen könnten. Nur - im Überfluss wird man wählerisch. Nein, einen No-Name-Reifen will ich nicht akzeptieren, den mit wenig Laufleistung eigentlich auch nur ungern. Wozu auch, wenn der Wunschreifen schon morgen früh da sein kann? Sollte er auch, dann startet Pessach nämlich und ich hätte mindestens fünf Tage zu warten.

Gesagt, getan - und reingefallen. Natürlich klappt es nicht. Macht nix, ich wollte mir Jerusalem ja eh näher anschauen.

Zwei Tage später habe ich Samir aufgegabelt. Er ist Palästinenser, Reiseführer in der Altstadt und helfe ich ihm bei der Internetsuche nach einer Exfreundin, wenn auch vergeblich. Dafür muss er sich meine Reifenstory anhören. Und antwortet mit den Worten, die bei mir mittlerweile ein innerliches "Ojeh" bewirken: "No Problem." Während Pessach haben nur jüdische Läden geschlossen, die palästinensischen haben geöffnet. Und sein Schwager fährt Motorrad.

Also per Bus nach Ostjerusalem zur Pizzaria seines Schwagers, wo es erstmal Kaffee und Benzingespräche gibt. Keine Reifen und keine Ideen, wo welche zu bekommen sind. Aber der Cousin des Schwagers fährt auch Mopped und weiss bestimmt wo es die gibt. Zehn Minuten später ist er mit seiner fast neuen Kawasaki da, zeigt mir seine Garage, aber nein, gebrauchte Schlappen will ich nicht. Tja. Dann bleibt nur noch der Motorradladen in Ramallah.

Ramallah? Ich weiss, dass der Ort die Hauptstadt der palästinensischen Gebiete ist. War da nicht was in den Reisehinweisen des Auswärtige Amts? Oder nicht? Ja, ich bin schon mal durch sogenannte Risikogebiete gefahren - aber immer nach intensiver Recherche und guter Überlegung. Nie spontan. - Am meisten Sorge macht mir aber die Vorstellung, ohne Schutzkleidung oder irgendwas hinten auf dem Höllenteil da zu sitzen.

Fünf Minuten später zieht mir der Fahrtwind bei 140 Sachen den viel zu kleinen Jethelm auf den Hinterkopf. Und die Abschnitte bei 140 Sachen sind mir fast lieber als die, in denen mein Fahrer im Zickzack auf rutschigem, sandigem Boden - ich weiss nicht wie schnell, jedenfalls viel zu schnell - an den Autoschlangen vorbeirast. Die Jungs widerlegten jeden Einwand von mir, nein, derzeit sei Ramallah ruhig, Reifen sein in der Westbank eh billiger, da keine Steuern für sie gezahlt werden müssten und Sicherheitskleidung?? Sie würden mir schon nen Helm geben.

Innerhalb von Minuten bin ich in den Strassen, die ich so oft im Fernsehen gesehen haben muss: Ramallah wirkt fast wie eine normale, lebendige Stadt. Auch noch in ausgesprochen schöner Lage. Keine Ruinen (aber Schusslöcher in manchen Fassaden), keine steinewerfenden Jugendlichen (aber ein martialisches Hamasplakat im Zentrum) und die grün und schwarz uniformierten Jungs scheinen sich auch wieder zu vertragen. Jedenfalls stehen sie vor Arafats Grab gemeinsam Wache und lassen uns auch bereitwillig zu einem Besuch herein.

Fast normal also, wenn da nicht die Mauer wäre, die die Westbank von Jerusalem trennt. Das Ding erinnert fatal an die Berliner Mauer. Ok, die einzelnen Segmente sind nicht so massiv (aber ähnlich hoch wie die der Berliner Mauer) sie zerschneidet keine Häuser (allerdings Vorgärten) und an einer Stelle ist der Bau ins Stocken geraten, weil arabische Israelis sich zur Zeit mit zumindest vorläufigem Erfolg wehren. So ganz stimmt der Vergleich also nicht, zumal man sich zwischen den abgesperrten Teilen bewegen kann. Aber dennoch...

Reifen kriege ich auch heute keine mehr, aber ich bastle an einem neuen Aphorismus. "Mangel führt zu interessanten Einsichten." Oder so.

Amman, Jordanien, 16.04.2007 – Fast wieder unterwegs

Ich werde in den letzten Tagen mehr und mehr gedrängelt, doch wieder einen Reisebericht zu schreiben. "Wie das?" frage ich mich, hab ich mich doch kaum bewegt. Selbst bei meiner Reise über Saudi Arabien sass ich bequem in meinem Sessel. Folgender Text ist Beweis für die geistige Trägheit, die Rumhängen zur Folge haben kann. Schlechter Versuch einer Chronologie.

Meine Pläne, zügig eine Runde durch Jordanien zu drehen und dann weiterzufahren (war ja schonmal hier) wurden auf's angenehmste vereitelt durch Ausläufer des sozialen Netzes, in dem ich mich in Sanaa ausgeruht habe. Man kennt sich zwischen Sanaa und Amman und deswegen braucht es nur eine Mail, schon bin ich meiner Unterkunftssorgen in Amman enthoben, weil eingeladen durch Ariane und Thomas, zwei Geologen, die auch erst seit kürzerer Zeit hier wohnen. Und - wer hätte das gedacht - die haben auch einen Freundeskreis, in den ich in Windeseile einbezogen werde. Kneipenbesuche, Einladungen, ein Ausflug - erste Woche.

Zwischendrin hatte ich das Mopped auch aus dem Zoll geholt - die übliche Rennerei von Schreibtisch zu Schreibtisch mit ungewohnt hohem Entgelt für die Hilfe eines Custom Agents und der Variante, dass die Resi noch einen Lkw-Transport innerhalb Ammans über sich ergehen lassen musste. Im Rahmen der Aktion habe ich dann gleich die Bedeutung des Begriffs Schwellenstaat kennengelernt. Ja, es gibt Korruption (ein Zollbeamter steckte sich das Entgelt für den Transport in die eigene Tasche, womit ich zweimal für den Lkw-Transport zahlen musste) - aber es war auch gleich ein Kollege des Beamten zur Stelle, der mich aufklärte, dass die Geldannahme nicht in Ordnung war. Hier sei die Telefonnummer des Chefs der städtischen Zollbehörde, ich solle mich bitte beschweren.

Damit hinderte mich nur noch eine Sache von der Weiterfahrt: Mein Vorderreifen. Der ist ja bekanntermassen am Ende. Es gibt keine grossen Motorräder in Jordanien, also auch keine Reifen zu kaufen. Also war ein Kurztrip nach Jerusalem angesagt.

Dass die Osterwoche nicht gerade der ideale Zeitraum ist, um nach Jerusalem zu fahren, war mir schon klar. Zumal Ostern dieses Jahr für alle Kirchen auf dasselbe Wochenende fiel und auch noch Pessach parallel war. Aber ausser Rumhängen hatte ich nicht wirklich Alternativen, also los.

Nein, Prozessionen habe ich (fast) keine zu Gesicht bekommen. Viel zu viel los in der Altstadt und dank der Absperrungen der Polizei hatte ich teilweise schon Schwierigkeiten, zurück zum Hostel zu kommen. Immerhin habe ich nach fast zwei Jahren Reise endlich mal wieder einen neuen Typ Reisenden kennengelernt:

Die russische Kampfoma. Gläubige Reisende sind mir spätestens seit Indien nicht mehr fremd. Russen auch nicht. Diese Spezies verdient aber besondere Erwähnung. Klein und dazu noch gebeugt, verrunzelt, drischt sie sich den Weg zu den heiligen Stätten mit allem, was sie gerade zur Hand hat: Kruzifix, Gehstock, Handtasche, Ellenbogen - alles versenkt sie in die Nieren ihrer Vordermänner. - Mein Jerusalembesuch bestand im wesentlichen aus Museumsbesichtigungen. Zweite Woche.

Mittlerweile bin ich wieder zurück in Amman, haben einen stressigen Reifenwechsel, Korrekturarbeiten und mehrere Tagesausflüge hinter mir. Dafür ist die dritte Woche noch nicht ganz rum.

Und beim Schreiben dieser Zeilen ist mir doch tatsächlich ein schon wieder halbvergessenes Thema für ne Story eingefallen. Der Text bleibt drin zur Mahnung an den geneigten Leser, dass Texte schreiben ohne eine klare Idee ne verdammt schwierige Sache ist.

Zu den älteren Berichten.

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Aktuelles

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- Details der Renovierungsarbeiten nach dem Zusammenbruch im Techn. Logbuch aufgenommen (11.08.2013)

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- Dauert noch ne Weile, bis meine Fotos online kommen. Aber Joy aus Astrachan hat ein paar Bilder meines Besuchs dort online gestellt (28.06.2005)

- neue Kommentare zu alten Problemen im, na? Wo wohl? (25.06.2005)

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- Neue kleinere techn. Probleme (09.06.2005)

- Kein neues Problem im techn. Logbuch! - nur eine gescheiterte Therapie ergänzt. (05.06.2005)

- Aus dem Gästebuch erfahre ich, dass die bis zum 24.05. gefahrene Strecke jetzt online ist :) Update kommt - demnaechst... (05.06.2005)

- Nochmals: techn. Logbuch ergaenzt. (01.06.2005)

- Das techn. Logbuch wird noch zur meistaktualisierten Seite. Nix ernstes bisher, glücklicherweise. (27.05.2005)

- Insbesondere das technische Logbuch und die Seite über die Überholungsarbeiten aktualisiert(18.05.2005)

- Texte der Vorbereitungszeit in das Archiv verbannt (12.05.2005)

ONTHEROAD! (11.05.2005)

- Bild der Resi im Weltreisedress aktualisiert (10.05.2005)

- Kurz vor der Abfahrt nochmal alle Unterseiten aktualisiert, insbesondere Dank verteilt (24.04.2005)

- Karte für grafische Darstellung der Route online gestellt (21.04.2005)

- Fotos der grösseren Änderungsarbeiten am Mopped (englisch - März 2005)

- Aufgrund Nachfrage extra grosse Versionen der Bilder von den Heckarbeiten und als Extra auch vom Endurotraining eingestellt. (27.02.2005)

- Fotogalerie des Eigenbau-Schnellverschlusses (engl.) online gestellt. (11.02.2005)

- Mich doch noch ein wenig im Englischen versucht (11.02.2005)

- Liste der Änderungen am Mopped aktualisiert, Liste der Überholungsarbeiten erstellt. (09.02.2005)

- Versuch, etwas zum Gepäck zu schreiben ohne zu ausführlich zu werden (27.01.2005)

- Liste der Änderungen am Mopped eingearbeitet (26.01.2005)

- Resi bei der Anprobe des Weltreiseoutfits erwischt (18.01.2005)

- Ein Gedicht verlinkt (17.01.2005)

- Noch mehr Senf abgegeben, diesmal zum Thema Abenteurer (16.01.2005)

- Nach der Trennung von Galerien und Textseiten die Bildergalerie Portugal verschoben und neuen Portugaltext produziert (16.01.2005)

- Irgendwie fehlt mir die rechte Motivation, auf Änderungen der Startseite und Detailänderungen hinzuweisen. Deshalb an dieser Stelle ein Pauschalhinweis :) (16.01.2005)

- Einige Bilder auf der Webseite verändert, Galerien sind ab jetzt rechts unterm Polaroid zu finden. (12.01.2005)

- Es lohnt sich, ab jetzt regelmässig reinzuschauen (finde jedenfalls ich)

- Erste-Hilfe- und Schrauberkurse kommentiert

- Bebilderte Berichte vom Endurotraining, vom Tesch-Treffen und ein Foto von Resi

- Biotuningmaßnahmen qualvoll detailliert beschrieben (irgendwann um Weihnachten 2004)

zuletzt geändert am: 11.08.13